»JUDENSCHUTZ.NET«

Diese Domain wurde primär registriert, um den Mißbrauch durch ewiggestrige Gestalten zu verhindern. Wie es dazu kam steht in den folgenden Zeilen:

jugendschutz.net macht (schlechte) Witzchen über Juden.

Normalerweise habe ich ich kein Problem mit mehr oder minder geschmacklosen Witzen. Wenn aber nun die »Stelle« jugendschutz.net in einer offiziellen Publikation Witzchen über Juden macht, finde ich das schon ein wenig erstaunlich.

In der Festschrift (PDF, 1,6 MB) zu 10 Jahre jugendschutz.net erklärt jugendschutz.net ab Seite 8 anhand seltsamen, gequält lustigen, angeblichen Briefen was sie sind: »Wir sind eine Stelle« – keine Seite, kein Verein, keine Hotline, kein Jungenschutz, keine Blockwart-Organisation und natürlich sind sie schon gar keine Denunzianten. Nein, eine »Stelle«! Wie sich zeigt, sind die angeblichen lustigen (haha!) Zitate mit Irrtümern über das, was jugendschutz.net sei, gefälscht oder zumindest stark verfälscht, zum Beispiel:

Herr W. am 13.08.2002 nach Beanstandung seines Angebots sexy-zaunpfahl.de: „Herrje, was seid Ihr denn für ein Verein?!“

oder:

Herr S. am 06.03.2005 in seinem Blog ichhabesowiesoimmerrecht.org: „Ist ja mal wieder typisch für die Internet-Blockwarte von jugendschutz.net!“

Die genannten Domains existieren natürlich nicht und haben laut Archive.org auch nie existiert. Offensichtlich soll hier der tumbe und doofe Kinder-Gefährder dargestellt werden, dem eine Beanstandung ganz recht geschehe.

Und dann ist da noch ein für eine solche Organisation ganz besonderes Witzchen dabei:

Frau S. in einer Anfrage vom 30.09.2001:

„Liebes Judenschutz.net...!“

Liebe Frau S.,
es ist zwar richtig, dass jugendschutz.net gegen anti-semitische Äußerungen und Übergriffe im Netz vorgeht. Wir beschäftigen uns jedoch nicht ausschließlich mit diesem Thema. Wir kümmern uns auch noch um viele andere jugendschutzrelevante Themen, zum Beispiel frei zugängliche Pornografie, Gewaltdarstellungen oder Belästigungen von Kindern in Chats.

Hmmm, abgesehen von dem Witzchen mit Judenschutz: dass antisemitische Äußerungen primär ein Problem des Jugendschutzes seien wäre mir neu. Denn das würde bedeuten, dass antisemitische Äußerungen von Erwachsenen für Erwachsene ja nicht so wirklich zu beanstanden seien. Aber vielleicht führt jugendschutz.net hier auch nur den Gedanken »Jugendschutz ist auch Erwachsenenschutz« weiter ...

Um zu verhindern, dass irgendwelche komischen Gestalten sich die Domain judenschutz.net unter den Nagel reißen und antisemitische Sprüche abladen, habe ich sie heute registriert. Wenn eine seriöse Institution mit dieser Domain etwas sinnvolles machen möchte, übergebe ich sie ihr gerne.

jugendschutz.net ist eine Firma!

Ein paar Hintergründe und Infos über die »Stelle«, die eigentlich eine GmbH ist – auch wenn das im Impressum gesetzeswidrigerweise nicht erwähnt wird –, werde ich die nächsten Tage im Blog des Assoziations-Blasters beschreiben habe ich im Blog des Assoziations-Blasters beschrieben..

Wie gesagt, ich habe keinerlei Probleme auch mit geschmacklosen Witzen, schlechte ignoriere ich in der Regel und bin der Meinung, dass man über nahezu alles Witze machen darf. Aber wenn die »Stelle« jugendschutz.net in einer offiziellen Publikation Witzchen über Juden macht, dann wundert mich das durchaus. Aber vielleicht soll das ja nur zeigen, welch lustig-nette Leute da arbeiten. Nur: ob die auch so nett sind, wenn ich einen geschmacklosen Judenwitz im Netz veröffentlichen würde?

Ich gebe zu: der Laden die Stelle jugendschutz.net, die eigentlich eine Firma ist, ist mir sehr suspekt. Für mich ist das in Teilen eher eine privatwirtschaftliche Zensur-Firma, die wie eine Behörde auftritt. Vielleicht bin ich deswegen auch zu voreingenommen und selbst der empfindlichste Mensch jüdischen Glaubens findet das OK.